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AWS Transfer for SFTP: problematisch und kompliziert

Von Michael Wutzke, , aktualisiert

AWS Transfer for SFTP: FTP-Server bei Amazon Web Services

Wer in der IT arbeitet, kennt solche Ad-hoc-Anfragen: „Wir brauchen schnell einen FTP-Server für einen Kooperationspartner“, hieß es sinngemäß.

Gebraucht wurde also ein FTP-Server. Aus Datenschutzgründen sollte er in der EU stehen und am besten auf AWS laufen. Wer im Internet nach der Einrichtung eines SFTP-Servers auf AWS sucht, stößt schnell auf einen Dienst, den Amazon Web Services 2018 vorgestellt hat: AWS Transfer for SFTP. Einfaches FTP gibt es dort aus Sicherheitsgründen nicht, aber SFTP bietet mit seiner höheren Sicherheit genau das, was wir brauchen.

Als die Anfrage kam, einen SFTP-Server für den Datenaustausch einzurichten, habe ich gerade AWS Transfer for SFTP getestet. Für den Dienst brauchen Sie ein bestehendes AWS-Benutzerkonto. Wer sich dafür anmeldet und eine einfache Verwaltungsoberfläche erwartet, wird enttäuscht. Denn AWS Transfer for SFTP ist wie viele andere AWS-Dienste kompliziert zu verwalten und verlangt Fachwissen.

Hat man sich durch die gesamte Konfiguration von S3, dem Rollensystem und AWS Transfer for SFTP geklickt, kommt das nächste Problem: Wie bekommt ein berechtigter Nutzer eigentlich Zugriff auf den eingerichteten Speicher in S3? Derzeit wird nur die Anmeldung mit einem Zugriffsschlüssel unterstützt. Das heißt: Einen Zugang mit Benutzername und Passwort gibt es schlicht nicht.

Ich habe den Linux-basierten Schlüssel exportiert und für Windows in eine .ppk-Datei umgewandelt. Danach konnte ich mich endlich mit dem Testnutzer verbinden. Dann kam die Rückmeldung der beteiligten Fachabteilung: „Der Zugriffsschlüssel ist für den Endnutzer zu kompliziert.“ Gewünscht war nun ein Zugang mit Benutzername und Passwort. Genau das gibt es derzeit aber nicht von Haus aus. Und so landete der frisch eingerichtete SFTP-Server … im Papierkorb.

Das Beispiel zeigt: AWS hat seine eigene Basistechnologie voll im Griff. Die Umsetzung für den Endnutzer reicht aber nicht aus, das heißt, UI und UX sind weder nutzerfreundlich noch brauchbar. Einfache Bedienung sollte eine Anforderung sein, denn nicht überall arbeiten AWS-Fachleute.

Es bleibt abzuwarten, ob AWS die Komplexität grundlegend verringern und die Nutzerfreundlichkeit an erste Stelle setzen kann. Schön wäre sogar ein AWS-Web-Frontend, mit dem sich Dateien wie über FTP austauschen lassen.