Infrastruktur betreiben
Vom Serverraum in die Cloud

Seit mehr als zwanzig Jahren betreibe ich IT-Infrastruktur. Von 2007 bis 2016 habe ich in Rechenzentren in Deutschland und den USA Server, Switches, Firewalls und Backup-Systeme aufgebaut. Ich habe die Hardware in die Racks eingebaut, verkabelt und in Betrieb genommen. Für eine Web-Community habe ich selbst 40 Server mit Lastverteilung eingerichtet.
Seit 2018 findet der größte Teil meiner Infrastrukturarbeit in der Cloud statt, bei AWS, Azure und der Google Cloud Platform. Was eine gemietete Cloud-Maschine tut, weiß ich, weil ich solche Maschinen selbst installiert habe. Ich habe Erfahrung darin, Server in jeder IT-Infrastruktur zu installieren, zu konfigurieren und zu betreiben.
Auf der Serverseite arbeite ich bis heute vor allem mit Debian und Ubuntu. In meinem gesamten Stack und im Infrastrukturmanagement setze ich KI-Agenten ein. Dadurch arbeite ich heute sehr viel schneller und effektiver.
Betrieb von Blockchain-Nodes
Von 2022 bis 2023 habe ich beim Frankfurter Unternehmen Blocksize Capital Blockchain-Nodes betrieben. Das Unternehmen ist Node-Betreiber in einem Oracle-Netzwerk, das Smart Contracts mit Marktdaten versorgt. Ein Teil der Nodes lief in der Cloud, ein anderer auf Bare-Metal-Servern in Rechenzentren. Diese Infrastruktur habe ich als Skripte und Docker-Container aufgesetzt. Ich habe das Node-Operations-Team aufgebaut und die Server selbst betrieben.
Blockchain-Nodes betreibe ich auch heute noch. Meine ersten eigenen Nodes habe ich 2015 gestartet.
AWS: Ein Betriebssystem für die Cloud
Von 2018 bis 2021 habe ich die Webportale des Frankfurter Versicherungsunternehmens Policen Direkt auf AWS betrieben, in den Regionen Frankfurt und London. Ich habe fast täglich mit AWS gearbeitet. Ich bin AWS Certified Solutions Architect Associate. Dieser Abschnitt erklärt, was AWS ist und welche Dienste ich am meisten genutzt habe.
Amazon Web Services (auch AWS Cloud genannt) ist ein Anbieter von Cloud-Diensten und damit so etwas wie ein Betriebssystem für internetfähige Dienste. Mit der AWS Cloud lassen sich Funktionen bereitstellen, die früher in einem eigenen Rechenzentrum oder Rack standen: Fileserver, Webserver und Datenbankserver. Das Besondere ist, dass diese Ressourcen „geskriptet“ sind. Man kann sie also über Schnittstellen anlegen, stoppen und löschen. AWS kann aber noch mehr:
In den letzten Jahren sind Hunderte weitere Dienste hinzugekommen, die ähnlich funktionieren, sich beliebig kombinieren lassen und gegenüber einer herkömmlichen Umsetzung bestimmte Vorteile haben. Die wichtigsten Vorteile der AWS Cloud: Kunden haben die volle Kontrolle über ihre Dienste, und die Dienste lassen sich auf Anforderung praktisch unbegrenzt skalieren und an vielen Standorten weltweit ausrollen.

Cloud-Servicemodelle: IaaS, PaaS, SaaS und FaaS
Genauer gesagt besteht ein Anbieter von Cloud-Diensten aus diesen Komponenten:
- Infrastructure as a Service (IaaS),
- Platform as a Service (PaaS),
- Software as a Service (SaaS) und
- Function as a Service (FaaS).
Infrastructure as a Service bedeutet, dass Kunden über das Internet auf IT-Leistungen zugreifen, etwa auf Speicherplatz oder Rechenleistung, und sie überall und auf verschiedenen Geräten nutzen können. Platform as a Service ist die Nutzung einer Cloud-Plattform über das Internet, um Webanwendungen zu entwickeln. Software as a Service ist browserbasierte Software, die ein externer Dienstleister bereitstellt und die mehrere Nutzer gleichzeitig verwenden können (ein Beispiel für einen SaaS-Dienst ist Google Docs). Function as a Service (FaaS) ist eine Kategorie von Cloud-Diensten: Kunden entwickeln, betreiben und verwalten dort einzelne Funktionen ihrer Anwendung, ohne die Infrastruktur aufbauen und pflegen zu müssen, die zur Entwicklung und zum Start einer App sonst dazugehört (zum Beispiel Lambda in der AWS Cloud).
Neben AWS gibt es weitere Anbieter von Cloud-Diensten, etwa Azure (Microsoft) und die Google Cloud Platform.
Die wichtigsten AWS-Dienste
Mit den grundlegenden AWS-Diensten EC2, S3 und Route 53 habe ich vor allem zwischen 2018 und 2021 gearbeitet. Davor habe ich mehr als 10 Jahre lang selbst Hardware im Rechenzentrum installiert, konfiguriert und bereitgestellt. Cloud-Dienste nehmen einem DevOps Engineer die „Handarbeit“ im Rechenzentrum ab und verlagern die Arbeit auf die Softwareebene.
Für AWS-Zertifizierungen habe ich mich entschieden, weil mich Cloud Computing sehr interessiert und ich möglichst viele Seiten der AWS Cloud kennenlernen möchte. Heute bin ich als AWS Solutions Architect Associate zertifiziert.
Die wichtigsten Bausteine im AWS-Alltag sind:
Virtuelle Server
AWS bietet virtuelle Server zum Beispiel mit dem Dienst EC2 an. Als Betriebssystem stehen Linux-Distributionen und Microsoft Windows zur Wahl. Abgerechnet wird nach Onlinezeit (pro Stunde oder pro Sekunde), nach genutztem Speicher oder nach Recheneinheiten. Serverlose Dienste wie AWS Lambda sind eine Alternative zu virtuellen Servern.
Speicherplatz
Auf AWS können Sie nahezu „unbegrenzt“ Daten ablegen und zahlen für den Speicherplatz, den Sie nutzen. Die Daten liegen im Dateihosting-Dienst S3, den viele andere AWS-Dienste im Hintergrund nutzen.
Netzwerk
Inhalte aus AWS-Diensten (z. B. EC2 oder S3) lassen sich mit CloudFront, einem Content Delivery Network (CDN), weltweit ausliefern. Die weltweite Verteilung verkürzt die Zugriffszeit. Dienste wie Route 53 ermöglichen Dinge, die herkömmliche Domaindienste nicht erlauben, etwa DNS-Failover: Fällt ein Server aus, übernimmt zum Beispiel ein Ersatzserver.
Außerdem kann AWS Ihre Websites und APIs auf den Schichten 3, 4 und 7 des OSI-Modells vor DDoS-Angriffen schützen.
Datenbanken
Mit dem Relational Database Service (RDS) starten Sie in wenigen Minuten ein hochverfügbares Datenbanksystem. Zur Wahl stehen alle gängigen Datenbankprodukte wie MySQL, Microsoft SQL Server oder Oracle. Wer große Datenmengen analysieren will, kann auf Big-Data-Systeme wie Redshift umsteigen.
Werkzeuge
AWS stellt viele Online-Werkzeuge bereit, mit denen Entwickler Anwendungen programmieren, analysieren, debuggen, testen und ausrollen. Solche Werkzeuge unterstützen den Trend zu Microservices und weg von monolithischen Anwendungen.
AWS Marketplace
Über den AWS Marketplace lässt sich eine riesige Auswahl an Software buchen, die auf die AWS-Plattform zugeschnitten ist. Dort finden sich auch zahlreiche Anwendungen aus den Bereichen IoT, KI und Big Data.
Die Cloud-Branche steht noch am Anfang und wird in den kommenden Jahren weiter wachsen, weil Unternehmen immer mehr Dienste dorthin verlagern. Große Neuerungen werden auch bei Big Data, künstlicher Intelligenz und Machine Learning erwartet.

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