Smart Contracts benötigen smarte Marktdaten
Von Michael Wutzke, , aktualisiert
Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether wurden bisher vor allem auf zentralen Börsen wie Binance oder Kraken gehandelt. Dezentrale Handelsplätze wie Uniswap oder Serum schießen aber gerade wie Pilze aus dem Boden und können etablierten Anbietern größere Marktanteile abnehmen. CEXs und DEXs konkurrieren um die Abwicklung des Handels mit digitalen Assets.
Smart Contracts und der Kryptohandel auf DEXs brauchen aber mehr als Liquidität und Nutzer, um zu funktionieren. Sie brauchen auch verlässliche Referenzpreise vom Kryptomarkt. Denn jede Blockchain ist ein abgeschlossenes Ökosystem ohne Verbindung zu Marktdaten, die ebenfalls möglichst dezentral sein sollen. Braucht ein Smart Contract also den aktuellen Handelspreis für ETH-USD, muss ein aktueller und gültiger Handelspreis her.
Oracle-Netzwerke liefern Marktdaten
Marktdaten wie der aktuelle Bitcoin-Kurs in US-Dollar oder Euro sind für das Ökosystem der Smart Contracts unverzichtbar. Smart Contracts können zwar mit API-Endpunkten kommunizieren, doch anders als die Blockchain selbst ist jeder API-Endpunkt ein „Single Point of Failure“: Man kann ihm nicht vertrauen. Oracle-Netzwerke wie Chainlink lösen dieses Problem: Die Preisfindung ist dezentral und soll nicht manipulierbar sein. So erhalten Smart Contracts über ein Oracle-Netzwerk verlässliche Handelsdaten. Chainlink sichert Märkte im Wert von mehr als 64 Milliarden US-Dollar ab (Stand: 27. April 2022).
Marktteilnehmer brauchen Marktdaten
Verlässliche Handelsdaten sind die Grundlage für viele Anwendungen im Blockchain-Bereich. Genau deshalb nutzt zum Beispiel das Frankfurter Unternehmen Blocksize Capital Datenanbieter für Kryptoassets: So ist stets klar, zu welchem Preis etwa eine bestimmte Kryptowährung wie SOL-EUR gehandelt wird. Das Unternehmen bietet eine High-End-Infrastruktur für die Analyse, den Handel und die Verwaltung digitaler Assets. Es ist außerdem selbst Chainlink Node Operator und liefert Marktdaten an das Oracle-Netzwerk. Damit versorgt es Tausende Blockchain-Anwendungen mit Finanzdaten.
Marktdaten werden immer wichtiger
Mit immer mehr CEXs und DEXs wächst der Wunsch, leichter an die Handelsdaten dieser Börsen zu kommen. Deshalb hat das Unternehmen am 3. Mai 2022 unter meiner Leitung ein Produkt gestartet, das Chainlink Node Operators und anderen Nutzern Handelsdaten in Echtzeit liefert: ein Echtzeit-Marktdatenprodukt.
Mit diesem Produkt erhalten Nutzer aktuelle Kryptopreise liquider Assets wie Bitcoin, Ether und Solana in Währungen wie EUR, USD, BTC und ETH. Der Clou: Die Daten kommen über eine WebSocket-Verbindung und sind nur eine halbe Sekunde alt. Definition, Abstimmung und Entwicklung haben mehrere Abteilungen gemeinsam getragen, und der Betrieb läuft jetzt über eine hochverfügbare Cloud-Anbindung. Die Daten stammen nicht nur von CEXs, sondern auch von einer Reihe von DEXs. Damit hilft das Unternehmen, das Finanzsystem weltweit mit verlässlichen Handelsdaten zu versorgen. Zur Qualitätssicherung laufen ständig Prüfungen in Echtzeit, die fehlerhafte Datensätze aus den Datenquellen automatisch erkennen und herausfiltern.
Details: das Echtzeit-Marktdatenprodukt