Drei Tage auf der Blockchance in Hamburg
Von Michael Wutzke, , aktualisiert
Vom 2. bis 4. Dezember 2021 fand in Hamburg eine der führenden Konferenzen zu Blockchain-Lösungen in Deutschland statt: die Blockchance Europe 2021. Die Kryptomesse lief im prächtigen, altehrwürdigen Gebäude der Handelskammer Hamburg. Dass eine Blockchain-Konferenz in diesem Haus stattfand, zeigt, dass Politik und Wirtschaft die Blockchain-Technologie als ernsthaften Wirtschaftsfaktor sehen. Und das zu Recht: Inzwischen sind Hunderte Milliarden Euro in den Kryptobereich geflossen.
Was bisher nur wenige bemerkt haben: Lösungen auf Basis von Distributed-Ledger-Technologien sind kein beliebiger neuer Trend, sondern ein ganz neuer Wirtschaftszweig. Diese technologiegetriebene Branche wird sich mit etablierten Geschäftsfeldern vermischen und neue Lösungen für bestehende Probleme bieten. Eines dieser großen Entwicklungsfelder ist Decentralized Finance (DeFi).


Die BLOCKCHANCE bot ein abwechslungsreiches Programm. Die Corona-Lage schränkte den Betrieb zwar teilweise ein, der perfekt organisierten Veranstaltung tat das aber keinen Abbruch. Die meisten Vorträge vor Ort fand ich anregend und inspirierend. Bei den parallelen Veranstaltungsreihen hatte man die Qual der Wahl, und ich habe mich reichlich angemeldet. Mich interessierten vor allem Decentralized Finance, Verwahrung, Regulierung, Blockchain-Protokolle und NFTs.
Mit der App Whova hatte man jederzeit den Überblick: Man konnte seine persönliche Agenda und ein eigenes Profil mit seinen Interessen speichern und so leicht mit der Community in Kontakt treten. Insgesamt nahmen mehr als 1.500 Menschen teil. An dieser Stelle ein Lob an die Veranstalter: In der App wie vor Ort kam man immer wieder mit anderen interessierten Teilnehmern ins Gespräch.
Am ersten Tag besuchte ich drei Sessions. In einem Kamingespräch versuchte der Bitcoin-Investor Michael Saylor, das Publikum von Bitcoin zu überzeugen. „Alle Blockchain-Protokolle außer Bitcoin fallen durch den Howey-Test der SEC“, sagte der Bitcoin-Maximalist. MicroStrategy, das Michael Saylor gegründet hat, hat Hunderte Millionen Dollar in Bitcoin investiert.
Zum Abschluss ging ich abends zu einem NFT-Meetup. Rund 30 Interessierte trafen sich dort zum Sushi-Essen und bekamen einen Einblick in den aktuellen Stand des Metaverse und von NFT-Marktplätzen wie Opensea.




Am zweiten Tag standen Veranstaltungen und Networking auf dem Programm. Besonders interessant war an diesem Tag ein weiteres Kamingespräch: Der Gründer von TRON, Justin Sun, erklärte seine Sicht auf die Kryptowelt. Justin Sun hat übrigens vor Kurzem ein Macklowe-NFT für 78 Millionen US-Dollar gekauft.
Später kam ich mit Dutzenden Fachleuten aus ganz unterschiedlichen Bereichen der Blockchain-Welt in Kontakt. Auch die Gespräche mit vielen neuen Kontakten, mit Gründern und anderen Akteuren der Kryptowelt, waren interessant. So lernte ich zum Beispiel zwei Mitarbeiter der Kryptobörse Bittrex Global persönlich kennen. Einer von ihnen hatte dafür gesorgt, dass die Währung des Electra Protocol dort gehandelt wird. Seit November 2021 berate ich das Electra Protocol.
Am Abend ging ich zu einem Steak-Dinner und zur Aftershow-Party von Finoa und Blockdaemon.
Am letzten Konferenztag hatte ich Zeit, mit einigen Ausstellern der BLOCKCHANCE ausführlicher zu sprechen. Darunter waren Organisationen wie Polygon, Figment, SettleMint, Concordium, BTC-ECHO und einige mehr. Auch das Frankfurter Unternehmen Blocksize Capital war mit einem Stand vertreten, ebenso Micobo und Decus Network, die zur Unternehmensgruppe gehören. Bei Blocksize Capital beginne ich im Januar 2022 als Head of DeFi/Node Operations.
Nach drei Tagen Messe bleiben inspirierende Gespräche, viele Kontakte und die Erkenntnis, dass die Blockchain-Welt mit ihren Möglichkeiten für viele Wirtschaftsbereiche enormes Potenzial hat. Besonders gut eignen sich die neuen Lösungen für Finanztransaktionen.
