AWS Cloud
Das Betriebssystem der Cloud
Amazon Web Services (auch AWS Cloud genannt) ist ein Anbieter von Cloud-Diensten und damit so etwas wie ein Betriebssystem für internetfähige Dienste. Mit der AWS Cloud lassen sich Funktionen bereitstellen, die früher in einem eigenen Rechenzentrum oder Rack standen: Fileserver, Webserver und Datenbankserver. Das Besondere ist, dass diese Ressourcen „geskriptet“ sind. Man kann sie also über Schnittstellen anlegen, stoppen und löschen. AWS kann aber noch mehr:
In den letzten Jahren sind Hunderte weitere Dienste hinzugekommen, die ähnlich funktionieren, sich beliebig kombinieren lassen und gegenüber einer herkömmlichen Umsetzung bestimmte Vorteile haben. Die wichtigsten Vorteile der AWS Cloud: Kunden haben die volle Kontrolle über ihre Dienste, und die Dienste lassen sich auf Anforderung praktisch unbegrenzt skalieren und an vielen Standorten weltweit ausrollen.
AWS erfüllt außerdem alle Anforderungen an die Datensicherheit, denen Unternehmen in Deutschland unterliegen.

Genauer gesagt besteht ein Anbieter von Cloud-Diensten aus diesen Komponenten:
- Infrastructure as a Service (IaaS),
- Platform as a Service (PaaS),
- Software as a Service (SaaS) und
- Function as a Service (FaaS).
Infrastructure as a Service bedeutet, dass Kunden über das Internet auf IT-Leistungen zugreifen, etwa auf Speicherplatz oder Rechenleistung, und sie überall und auf verschiedenen Geräten nutzen können. Platform as a Service ist die Nutzung einer Cloud-Plattform über das Internet, um Webanwendungen zu entwickeln. Software as a Service ist browserbasierte Software, die ein externer Dienstleister bereitstellt und die mehrere Nutzer gleichzeitig verwenden können (ein Beispiel für einen SaaS-Dienst ist Google Docs). Function as a Service (FaaS) ist eine Kategorie von Cloud-Diensten: Kunden entwickeln, betreiben und verwalten dort einzelne Funktionen ihrer Anwendung, ohne die Infrastruktur aufbauen und pflegen zu müssen, die zur Entwicklung und zum Start einer App sonst dazugehört (zum Beispiel Lambda in der AWS Cloud).
Neben AWS gibt es weitere Anbieter von Cloud-Diensten, etwa Azure (Microsoft) und die Google Cloud Platform.

Die wichtigsten AWS-Dienste
Mit den grundlegenden AWS-Diensten EC2, S3 und Route 53 habe ich vor allem zwischen 2018 und 2021 gearbeitet. Davor habe ich mehr als 10 Jahre lang selbst Hardware im Rechenzentrum installiert, konfiguriert und bereitgestellt. Cloud-Dienste nehmen einem DevOps Engineer die „Handarbeit“ im Rechenzentrum ab und verlagern die Arbeit auf die Softwareebene.
Für AWS-Zertifizierungen habe ich mich entschieden, weil mich Cloud Computing sehr interessiert und ich möglichst viele Seiten der AWS Cloud kennenlernen möchte. Heute bin ich als AWS Solutions Architect Associate zertifiziert.
Die wichtigsten Bausteine im AWS-Alltag sind:
Virtuelle Server
AWS bietet virtuelle Server zum Beispiel mit dem Dienst EC2 an. Als Betriebssystem stehen Linux-Distributionen und Microsoft Windows zur Wahl. Abgerechnet wird nach Onlinezeit (pro Stunde oder pro Sekunde), nach genutztem Speicher oder nach Recheneinheiten. Serverlose Dienste wie AWS Lambda sind eine Alternative zu virtuellen Servern.
Speicherplatz
Auf AWS können Sie nahezu „unbegrenzt“ Daten ablegen und zahlen für den Speicherplatz, den Sie nutzen. Die Daten liegen im Dateihosting-Dienst S3, den viele andere AWS-Dienste im Hintergrund nutzen.
Netzwerk
Inhalte aus AWS-Diensten (z. B. EC2 oder S3) lassen sich mit CloudFront, einem Content Delivery Network (CDN), weltweit ausliefern. Die weltweite Verteilung verkürzt die Zugriffszeit. Dienste wie Route 53 ermöglichen Dinge, die herkömmliche Domaindienste nicht erlauben, etwa DNS-Failover: Fällt ein Server aus, übernimmt zum Beispiel ein Ersatzserver.
Außerdem kann AWS Ihre Websites und APIs auf den Schichten 3, 4 und 7 des OSI-Modells vor DDoS-Angriffen schützen.
Datenbanken
Mit dem Relational Database Service (RDS) starten Sie in wenigen Minuten ein hochverfügbares Datenbanksystem. Zur Wahl stehen alle gängigen Datenbankprodukte wie MySQL, Microsoft SQL Server oder Oracle. Wer große Datenmengen analysieren will, kann auf Big-Data-Systeme wie Redshift umsteigen.
Werkzeuge
AWS stellt viele Online-Werkzeuge bereit, mit denen Entwickler Anwendungen programmieren, analysieren, debuggen, testen und ausrollen. Solche Werkzeuge unterstützen den Trend zu Microservices und weg von monolithischen Anwendungen.
AWS Marketplace
Über den AWS Marketplace lässt sich eine riesige Auswahl an Software buchen, die auf die AWS-Plattform zugeschnitten ist. Dort finden sich auch zahlreiche Anwendungen aus den Bereichen IoT, KI und Big Data.
Die Cloud-Branche steht noch am Anfang und wird in den kommenden Jahren weiter wachsen, weil Unternehmen immer mehr Dienste dorthin verlagern. Große Neuerungen werden auch bei Big Data, künstlicher Intelligenz und Machine Learning erwartet.
Schon gewusst? Amazon Web Services ist Marktführer bei Cloud-Diensten, aber nicht der einzige Anbieter. In den letzten Monaten war ich auch an Projekten mit Azure und GCP (Google Cloud Platform) beteiligt.
Michael Wutzke, AWS Certified Solutions Architect Associate in Frankfurt
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